Selbstständige brauchen andere Websites als Unternehmen
Als Selbstständige brauchst du keine Website, die beeindruckt — sondern eine Website, die verständlich kommuniziert, orientiert und für dich arbeitet.
Große Unternehmen haben Teams für Texte, Marketing, Webentwicklung.
Selbstständige dagegen brauchen eine Website, die:
- klar zeigt, was du machst
- die richtige Zielgruppe anspricht
- dein Angebot nachvollziehbar macht
- Vertrauen aufbaut
- technisch zuverlässig funktioniert
- intuitiv zu bedienen ist
Und zwar so, dass deine Website dich entlastet, statt ständig offene Baustellen zu erzeugen.
Damit du einschätzen kannst, ob du bereits eine gute Website hast oder ob sie an bestimmten Stellen Unterstützung braucht, schauen wir uns die drei Faktoren an, die bestimmen, ob eine Website wirklich funktioniert.
Kriterium 1: Inhaltliche Verständlichkeit —
das Fundament einer guten Website
Warum inhaltliche Verständlichkeit entscheidend ist
Die meisten Websites scheitern nicht an Design oder Technik —
sondern daran, dass Besucher:innen nicht erfassen können, worum es geht.
Menschen möchten in wenigen Sekunden verstehen:
- Was bietest du an?
- Wer ist deine Zielgruppe?
- Welches Problem löst du?
- Was können sie als Nächstes tun?
Wenn diese Fragen unbeantwortet bleiben, verlassen Menschen die Seite — selbst dann, wenn sie optisch ansprechend ist.
Eine gute Website vermittelt auf den Punkt, was du machst, warum das relevant ist und wie jemand weitergehen kann. Sie wirkt ruhig, strukturiert und nachvollziehbar — nicht wie ein Puzzle.
Woran erkennst du inhaltliche Verständlichkeit?
1. Die Startseite vermittelt in wenigen Sekunden, worum es geht
Die H1 (Hauptüberschrift) sollte nicht kunstvoll, sondern aussagekräftig sein.
Beispiel statt:
„Ich bin für dich da“
besser:
„Coaching für Mamas nach der Geburt — Orientierung, Entlastung & Selbstfürsorge“
Das benennt Tätigkeit und Zielgruppe.
2. Deine Angebote sind sinnvoll sortiert
Viele Selbstständige haben das Problem, dass ihre Angebote:
- unsichtbar sind
- zu breit wirken
- oder in der Menge erschlagen
Eine funktionierende Angebotsstruktur besteht meist aus drei Teilen:
- Einstieg (Check-up, Erstgespräch, Analyse)
- Hauptangebot (Coaching, Programm, Website, Onlinekurs)
- Weiterführung (Begleitung, Betreuung)
Das hilft Besucher:innen, einzuordnen, wie die Zusammenarbeit aussehen kann.
3. Deine Texte sind leicht verständlich
Kurze Sätze, wenig Fachsprache, einfache Beispiele.
Eine gute Website spricht, wie man erklärt — nicht wie man „schreibt“.
4. Inhalte sind hochwertig statt „viel“
Suchmaschinen bewerten Qualität, nicht Masse.
Ein präziser Absatz hilft mehr als drei Abschnitte, die sich wiederholen.
Kriterium 2: Struktur & Nutzerführung —
wie deine Website wirkt
Viele Selbstständige spüren, dass ihre Website „irgendwie schwer“ ist,
aber können nicht benennen, woran es liegt.
Oft ist es nicht der Inhalt — sondern die Struktur.
Eine gute Website führt Menschen wie ein ruhiger Dialog durch deine Themen:
- verständlich
- geordnet
- ohne Ablenkung
- ohne unnötige Entscheidungen
Das stärkt die Benutzererfahrung und erleichtert es Menschen, sich zurechtzufinden.
Woran erkennst du eine gute Struktur?
1. Eine intuitive Navigation
Die Navigation ist der Kompass deiner Website.
Wenn sie unlogisch oder überladen ist, wirken alle Inhalte schwerer.
Gute Navigation bedeutet:
- 5–7 Menüpunkte
- klare Begriffe
- logisch sortiert
- keine kreativen Namen, die niemand versteht
Eine verwirrende Navigation kann selbst gute Inhalte entwerten.
2. Sinnvolle Informationshierarchie
Menschen scrollen nicht linear — sie scannen.
Darum sollten Inhalte:
- übersichtlich angeordnet
- optisch klar unterscheidbar
- in einer nachvollziehbaren Reihenfolge erscheinen
Ein einfacher Ablauf:
- oben: Worum geht’s?
- mittig: Was bekomme ich davon? Beispiele, Nutzen, Beweise
- unten: Was ist der nächste Schritt? (Call-to-Action)
3. Lesbarkeit & Typografie
Typografie wirkt unterschätzt, aber sie beeinflusst:
- Professionalität
- Ruhegefühl
- Vertrauen
- Orientierung
Wichtige Faktoren sind Schriftgröße, Zeilenhöhe, Satzlänge und Abstände.
4. Ein ansprechendes, reduziertes Design
Design soll unterstützen, nicht dominieren.
Eine gute Website wirkt aufgeräumt, angenehm und leicht — unabhängig vom Stil.
Kriterium 3: Technische Basis —
die Essentials, nicht der Overload
Selbstständige brauchen eine zuverlässige Website, keine High-End-Technik.
Einige technische Grundlagen sind jedoch unverzichtbar.
Was sollte unbedingt vorhanden sein?
1. Responsive Design
Die Website muss auf allen Geräten funktionieren — Smartphone, Tablet, Laptop.
Das ist kein Extra, sondern Standard.
2. Schnelle Ladezeiten
Ladezeiten von über 3 Sekunden kosten oft Besucher:innen.
Tools wie Pagespeed Insights geben Hinweise, was verbessert werden kann.
3. Barrierearmut
Zugänglichkeit bedeutet z. B.:
- alternative Texte für Bilder
- ausreichende Kontraste
- gut lesbare Schriftarten
- klare Formulierungen
Das unterstützt Menschen — und wirkt sich positiv auf die Bewertung deiner Website aus.
4. Sicherheit & Updates
Eine Website muss sicher und gepflegt sein:
- SSL
- DSGVO-Basics
- regelmäßige Updates von WordPress, Divi, Plugins
- Entfernung veralteter Tools
Veraltete Software zählt zu den häufigsten Ursachen von Ladezeiten-Problemen oder Sicherheitslücken.
5. Aktualität deiner Inhalte und deiner Technik
Dieser Punkt wird oft unterschätzt, ist aber entscheidend.
Frage dich regelmäßig:
- Passen meine Inhalte noch zu meiner aktuellen Expertise?
- Zeigt meine Website, was ich jetzt anbiete — oder eine ältere Version von mir?
- Sind Texte, Bilder, Preise und Beispiele noch stimmig?
- Habe ich WordPress, Divi und alle Plugins kürzlich aktualisiert?
Eine Website ist nicht „fertig“.
Sie begleitet deine Entwicklung.
Und sie sollte das widerspiegeln.
Wie erkennst du als Selbstständige, ob deine Website „gut“ ist?
Checkliste:
Inhaltliche Verständlichkeit
- Erfasst man in wenigen Sekunden, was du machst?
- Wird deine Zielgruppe deutlich?
- Sind deine Angebote nachvollziehbar sortiert?
- Wirkt die Seite unaufgeregt und gut lesbar?
Struktur & Nutzerführung
- Ist die Navigation nachvollziehbar?
- Fühlt sich das Scrollen wie ein flüssiger Ablauf an?
- Ist die Seite einfach zu bedienen?
- Stimmen Schriftgrößen, Abstände, Abschnitte?
Technische Basis
- Funktioniert alles mobil?
- Lädt die Seite schnell?
- Sind WordPress, Divi und Plugins aktualisiert?
- Spiegeln die Inhalte deine jetzige Expertise wider?
- Sind Bilder, Tools und Text sauber eingebunden?
Wenn du etwa 80 % davon mit „Ja“ beantworten kannst, ist deine Website auf einem sehr guten Weg.
Häufige Fehler, die Selbstständige bei DIY-Websites machen
- Zu viele Inhalte statt relevante Inhalte
- Angebote, die nicht eingeordnet werden können
- Seiten, die zu lang sind und keinen roten Faden haben
- Design, das wichtiger genommen wird als Botschaft
- Technikstress, obwohl das eigentliche Problem die Struktur ist
Fazit: Eine gute Website ist kein Technikprojekt — sondern ein Orientierungsprojekt
Was eine gute Website ausmacht, lässt sich auf drei Punkte herunterbrechen:
→ Verständliche Inhalte
→ Strukturierte Nutzerführung
→ Verlässliche Technik
Eine Website wirkt dann gut, wenn sie deinen Besucher:innen das Ankommen erleichtert — und dir selbst die Arbeit.
Nicht lauter.
Nicht komplexer.
Sondern übersichtlich, zielgruppenorientiert und funktional.


